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Der Schweizer Heilige Niklaus von Flüe war eine jener bedeutenden religiösen Persönlichkeiten, welche sich nicht mit dem überlieferten Wissen allein begnügten, sondern bis in die Tiefen des persönlichen religiösen Urerlebnisses vorstoßen wollten oder -- von Gott her genötigt -- mußten. Die Symbole, die sich ihm bei diesem Vorstoß in die eigene Tiefe offenbarten, sind in dieser Arbeit untersucht und von der Psychologie C. G. Jungs her gedeutet worden. Dadurch öffnen sich diese Dokumente der Vergangenheit unserem Verständnis von einer ganz neuen Seite her; mit Hilfe der Amplifikation und Symboldeutung werden weitere Erkenntnisse aus den Träumen und Visionen des Heiligen erbracht. Diese von der modernen Tiefenpsychologie geschaffene Methode läßt sowohl den einzelnen Menschen wie seine Epoche in einem neuen Lichte erscheinen. Die Ergebnisse der Untersuchung sind überraschend; zeigt sie doch z.T. scheinbar heidnische Elemente auf, die jedoch im Zusammenhang in ihrer progressiven Bedeutung offenbar werden, welche der christlichen Tradition nicht widerspricht, sondern sie erweiternd ergänzt. Die Interpretation wird kaum unbestritten bleiben; möge sie von neuer Warte aus zur Diskussion beitragen und die teilweise rätselhafte und erstaunliche Persönlichkeit des Niklaus von Flüe in ihrer ganzen bewundernswerten Größe beleuchten. Das Leiden und die geistige Einsamkeit eines solchen, nur auf sich selbst und seinen Wahrheitsinstinkt gestellten Menschen ist gerade für den heutigen, durch Vermassung bedrohten Menschen ein ermutigendes Vorbild.
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