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Die Erlösung des Weiblichen im Manne. Der goldene Esel von Apuleius in tiefenpsychologischer Sicht.
Buch Autor: M.-L. von Franz vorrätig 1980 (en: 1970) ISBN: 3-530-40020-3 Links: |
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Kurzbeschreibung: Insel Verlag: Marie-Louise von Franz, namhafte Schülerin C. G. Jungs, Forscherin und langjährige Therapeutin weist damit in eine Richtung, die man -- um einen populär gewordenen Begriff aus der zeitgenössischen Literatur zu gebrauchen -- als notwendige »Seelenarbeit« bezeichnen könnte. Der ursprüngliche Anstoß, eine derart umfassende Deutung mit aller Kenntnis und Intuition der psychoanalytischen Einsichten in menschliche Krisen zu unternehmen, kam noch von Jung persönlich, und seine Psychologie des Unbewußten ist es auch, die der Autorin den Schlüssel für ihre zusammenhängende Interpretation lieferte. Sie geht von den biographischen Konstellationen des Apuleius von Madaura aus, seiner Herkunft, in der sich eine Vielzahl alter Kulturen und Lebensformen vereinte, und seiner anfänglichen Angepaßtheit an das Ideal des geistreichen Intellektuellen, wie ihn das Römische Reich und die griechischen Sophisten bevorzugten. Lucius, sein Protagonist und alter ego, verfällt unter denselben Voraussetzungen um so unausweichlicher den Dämonien, die er als Rationalist nur ungläubig belächelt: er wird in einen Esel verwandelt und führt -- wie Apuleius selbst -- ein qualvolles, gefährliches Doppelleben, bis er am Ende aus seiner Tiergestalt, unter der sich der Mensch Lucius aber entscheidend weiterentwickelt, erlöst wird. Als »goldener« Esel wesentlich verschieden von seinen grauen Artgenossen, gerät er vor allem durch seine Doppelnatur in Situationen, die sowohl die Grenzen des Bewußtseins als auch seiner tierischen Existenz sprengen. Was Jung »die Wirklichkeit der Psyche« genannt hat, erlebt Lucius Apuleius mit aller Wucht in magisch-märchenhaften Dimensionen. Von diesem Ziel aus gesehen, erklärt Marie-Louise von Franz, »hat der Roman des Apuleius seinen Platz neben den großen Werken der Weltliteratur wie Faust oder die Göttliche Komödie. Er ist eine Beschreibung der tief im kollektiven Unbewußten vor sich gehenden Prozesse, von denen einige sich erst in unserer Zeit im kollektiven Bewußtsein zu realisieren beginnen. Es handelt sich, um es vorwegzunehmen, um das Problem einer Inkarnation des weiblichen Prinzips und um dessen Wieder-Anerkennung in der gesamten patriarchalen westlichen Welt.« Da diese Wieder-Anerkennung eine »Erlösung« in sich schließt, wäre sie ein befreiend emanzipatorischer Schritt, der zugleich auf die Gegenkraft, »das Männliche in der Frau«, dialektisch ausgleichend wirken und damit der Ganzheit des Menschen gerecht werden kann. |
| 2003-06-15 | (c) 2002-2003 Stiftung für Jung'sche Psychologie | webmaster |