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Wissen aus der Tiefe. Über Orakel und Synchronizität.
Buch (basieren auf der Vorlesung) Autor: M.-L. von Franz vergriffen 1987 (en: 1980) ISBN: 3-426-04017-4 Links: |
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Zukünftiges vorauszuwissen, hat der Mensch von jeher begehrt, und er fand dazu Methoden, die angesichts heutiger, statistisch abgesicherter Zukunftsvorhersage eher "primitiv" anmuten. Nun hat aber gerade unsere Zeit nicht nur die computerunterstützte Prognostik hervorgebracht, sondern auch jene alten, irrationalen Wahrsage-Techniken wiederentdeckt. Marie-Louise von Franz zeigt, daß es sich hier um grundverschiedene, jedoch komplementäre Denk- und Vorgehensweisen handelt: Unser rationaler Ansatz ist quantitativ-kausal orientiert. Die irrationalen Divinationsmethoden funktionieren dagegen auf der qualitativ-synchronistischen Ebene. Das heißt: sie folgen nicht dem linearen Denken westlicher Wissenschaft, das fragen würde: "Was ergibt sich aus welcher Ursache?", sondern einem Denken in Feldern, wie im alten China, wo die Frage lautet: "Was neigt dazu, zur gleichen Zeit zu geschehen?" Das große Verdienst dieses Buches liegt darin, die Wahrsage-Methoden als einen legitimen Weg, das Unbewußte zu befragen, psychologisch aufgearbeitet zu haben. So diskutiert die Autorin -- auf eine Weise, die einem Lust zur Mathematik machen könnte! -- Probleme der Wahrscheinlichkeitsrechnung, und eingehend-beleuchtet sie die archetypischen Hintergründe von Zahl und Zeit. Dabei gelingt ihr der Erweis, daß die uns streng rational erscheinende Welt der Zahl erstaunlicherweise eine Beziehung zum Irrationalen, zur archetypischen Welt des Unbewußten hat. Auch die Synchronizität, das bei den Orakel-Techniken so wesentliche parapsychologische Phänomen des sinnvollen Zusammentreffens von Ereignissen ohne erkennbare Ursache, wird eingehend erörtert. Durchgehend zieht die Autorin lebendige Beispiele heran, und immer wieder verweist sie gegenüber den Einstellungen westlicher Wissenschaft auf jene des chinesischen Denkens und der sog. Primitiven. Deutlich wird, daß die symbolisch-synchronistischen Wahrsage-Methoden einem zeitgemäßen psychologischen Weltbild durchaus entsprechen. |
| 2003-06-15 | (c) 2002-2003 Stiftung für Jung'sche Psychologie | webmaster |